LostFocus

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November 6, 2006

(Langer Blogeintrag und vorher eine kleine Warnung: es gibt eigentlich keine Pointe.)

Ich bin ja prinzipiell jemand, der auch ganz gerne mal beim kleinen Händler um die Ecke kauft. Schließlich habe ich doch öfters schon davon gehört, gelesen und es auch selbst erlebt, wie irgendwelche Idioten sich stundenlang von einem Händler fundiert beraten liesen und das Zeug dann nachher doch günstiger bei einem Onlinehändler bestellt haben. Diesen Beratungsdiebstahl finde ich maximal unhöflich. Aber darum geht es jetzt eigentlich gar nicht.
Wie so manch einer hier weiß, hatte ich schon lange gewisse Kaufabsichten. Bereits am Mittwoch, der ja hier ein Feiertag war, bin ich durch die Innenstadt gezogen und habe Preise aus den Schaufenstern der lokalen Fachhändler gelesen und aufgeschrieben. Bei einem Vergleich im Internet hat sich gezeigt – die Preise sind beinahe gleich, die höchstens 10 Euro Unterschied wurden meistens durch Versandkosten oder meine Ungeduld, nicht auf einen solchen Einkauf warten zu können, mehr als ausgeglichen.
So bin ich also am gestrigen Sonntag mit dem Wissen, daß es sich um einen verkaufsoffenen Sonntag, der auch massiv beworben wurde, handelt, und einer klaren Kaufabsicht in die Stadt gestiefelt und war doch etwas düpiert, als ich jeweils vor verschlossenen Türen stand. Die ganze Stadt schafft es, ein paar Leute aufzutreiben, die auch Sonntags arbeiten, gerade die von mir angepeilten Läden jedoch nicht? Muss ich etwa den Hostblogger zitieren?

E-Commerce ist die Rache des Kunden für 50 Jahre Enttäuschung im stationären Handel.

Da stand ich also nun, wollte dem lokalen Fachhandel etwas Gutes tun und dann signalisieren die guten Menschen mir mit schweren, schwarzen Metallgittern: Wir brauchen Dein Geld nicht. Nun gut. Noch ein bißchen durch die Stadt schlender, Leute und Läden anschauen, ist ja auch nett. Und so eine Onlinebestellung geht ja auch mal. Und plötzlich kam mir eine völlig abwegige Idee – es gibt ja noch diese Relikte des 20. Jahrhunderts, riesengroß, in guter Lage und ständig kurz vor dem Konkurs: Die Kaufhäuser.

Und bei der Galeria Kaufhof wurde ich dann fündig: Personal, das entweder tatsächlich große Fachkenntnis hatte oder mir diese zumindest gut vorspielen konnte, und das, was ich gesucht habe, zu einem deutlich günstigeren Preis als sämtliche Fachhändler und Onlineshops. Daß sich das Ding daheim dann mit aufgeladenem Akku erstmal als defekt herausstellte, war sicher nicht deren Schuld und die Tatsache, daß sie sofort und ohne Nachfragen äußerst freundlich und nett das defekte Gerät noch zurückgenommen und mir ein funktionierendes Exemplar ausgehändigt haben, fand ich außerordentlich kundenfreundlich.

Und so denke ich, daß ich ab jetzt bei diversen Anschaffungen den Kaufhof wieder in Betracht ziehen werde – die Fachhändler haben mich jedoch erstmal als willigen Kunden verloren.

Comments

Bernhard

Was hast Du denn gekauft?

Dominik

Die beschlossene Sache. 🙂

Bernhard

Ich hatte ja die flickr Details angesehen, aber da war noch nichts zu finden…
Glückwunsch 🙂

Dominik

Ja, die aktuellen Flickr-Bilder sind noch mit der analogen Contax entstanden.

Beata

Ich werfe einfach mal folgendes in den Raum:

Geht es dem Einzelhandel zu gut oder ist er einfach überfordert ?

Dominik

Beata – ich war mal so frei und habe den Spam unter Deinem Einwurf entfernt. Davon abgesehen ist das eine gute Frage – ich gehe davon aus, daß er überfordert ist. Gerade der klassische Einzelhandel, vielleicht sogar noch in Familienhand, hat so seine Probleme, sich an die oftmals veränderten Kaufgewohnheiten der Leute anzupassen. Ich kann mir schon denken, daß das nicht einfach ist, aber kurz- bis mittelfristig muss das geschehen, sonst können solche Läden bald dicht machen. Und das wäre im Prinzip doch sehr schade.