LostFocus

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May 21, 2009

Es ist jetzt schon ein paar Tage her, daß Twitter die Einstellungen für die @replies für alle zwingend so geändert hat, daß man nur noch Antworten auf Tweets von Leuten zu sehen bekommt, denen man selbst folgt.

In meinen Augen war das sowieso die sinnvollste Option, denn sie hat den Noise-Level des Streams halbwegs niedrig gehalten und einen sehr schön davor bewahrt, halbe Konversationen ohne Zusammenhang zu sehen. Aber es gibt eine gewisse Gruppe von Leuten, die nun der Meinung ist, daß sie gerade diesen Noise-Level und das damit verbundene Auffinden eventuell neuer Twitter-Kontakte für ihr persönliches Glück brauchen und bis zur Änderung der Einstellung funktionierte das ja auch ganz nett paralell. Jetzt haben sich aber ein paar Klugscheißer, die es ganz schrecklich finden, daß nicht jeder ihrer Follower alle ihre Tweets zu sehen bekommen, in den Kopf gesetzt, vor jeden @reply irgendeinen Text zu schreiben – ob das nun ein oder ein Punkt ist.

fixreplies-jmtosses

Die ohnehin grandiose Jina Bolton hat schon Recht:

fixreplies-sushimonster

Nur weil Twitter nicht mehr so funktioniert, wie sie es wollen, ändern sie ihr Verhalten in einer Form, daß sie es den Leuten, die ihnen folgen, ihre Replies aufzwingen – mit einem ziemlich offensichtlichen Effekt:

fixreplies-dominik

Tatsächlich wäre es die logischste Lösung, auf den Unfollow-Button zu klicken und damit das Problem lösen. Das funktioniert auch hervorragend bei weak ties, bei Leuten, von denen man aber doch regelmäßig hören möchte und mit denen man gerne auch über Twitter kommuniziert, ist das erstmal keine Option. Deswegen werde ich den armen @jmtosses, der meine Prefix-Reply-Wut hier blitzableiten muss, einfach weiter beschimpfen, bis entweder er damit aufhört oder Twitter das Problem anderweitig löst.

Comments

Sillium

So wie @jmtosses das macht ist es natürlich sinnlos. Es bewirkt ja nicht, dass _er_ wieder @replies sehen kann, die an Leute gehen, denen er nicht folgt. Es sorgt lediglich dafür, dass die 97% seiner Follower, die auch vorher die Standardeinstellung gewählt hatten, nun im Gegensatz zu vorher seine @replies an fremde Twitterer “gegen ihren Willen” sehen.

Mir persönlich fehlt diese Einstellung, denn ich war nach langer Herumexperimentiererei mit beiden Optionen am Ende doch Freund davon, zu sehen, mit wem die Twitterer denn so kommunizieren, deren Tweets ich gerne lese. Natürlich haben mich bei einem weitaus größeren Teil der von mir gefollowten diese halben Konversationen eher gestört. Der winzige Teil, der mir neue Kontakte näherbrachte, wog das aber auf.

Was mir nicht passt – was auch schon auftrat, als es akut war (ich hatte eigentlich unter anderem auch einen konkreten Tweet von Dir im Kopf, kann ihn aber nicht mehr finden) – ist, dass sich viele Leute, denen die entfallene Einstellungsption unbekannt oder unwichtig war, anmaßen, denjenigen über den Mund zu fahren, die anderer Meinung sind. Mein Gott, wenn euch diese Option nicht fehlt: Super! Aber sprecht doch bitte denjenigen, für die ihre Twitter-Timeline auf einmal gänzlich anders aussah nicht das Recht ab, darauf hinzuweisen.

Auch der von Dir zitierten Jina Bolton kann ich nur eingeschränkt zustimmen. “People that prefix their replies assume everybody wants to see those.” True. Aber in meinen Augen: “Twitter assumes nobody wants to see those” und das stimmt eben auch nicht. Und was die “choice” angeht: Weggefilterte Tweets sind weg. No choice. Zu viel angezeigte @replies lassen sich eben doch durch “unfollow” beheben. Choice.

Um den Kreis zu schließen: @replies zu prefixen ist meiner Meinung nach die denkbar ungeeignetste Maßnahme, das alte Twitter-Feeling wiederherzustellen.

dominik

Ja. Ich denke, man kann sich auf zwei Grundgedanken einigen, drei vielleicht, wenn man den Tweet mitzählt, den vermutlich eher nicht von mir kam:

* Es ist schade bis ärgerlich, daß man nicht mehr die Wahl hat, welche Replies man zu sehen bekommt.
* Es macht keinen Sinn und nervt nur die eigenen Follower, wenn man Replies prefixt.
* Jammernde Leute sollte man nicht aufhalten. Bzw. ihnen über den Mund fahren. Zumindest, so lange sie es nicht übertreiben.

Sillium

Ja, da stimme ich zu. Gerade mit dem letzten Satz in Punkt 3 hast Du natürlich Recht.

Zu Punkt 2: Ich sehe das Prefixen von eigenen @replies auch nicht als das “Fixen von Replies” wie wohl so mancher. Also: #prefixreplies != #fixreplies Denn wie gesagt bewirkt das ja eine Änderung im Gegensatz zu dem Status Quo von vorher für etwa 97% der Follower, wenn man Twitters Zahlen glauben kann.

Ich habe den Tweet gefunden: http://twitter.com/dominik/statuses/1781889841 , kann aber heute nicht mehr ganz nachvollziehen, warum er mich damals aufgeregt hat. Wahrscheinlich, weil ich selbst noch mit den Änderungen in meiner Timeline beschäftigt und wirklich kurz vor whining war. 🙂

dominik

Ah, okay, *der* Tweet. Das war ja auch früh morgens, dann ist es klar, daß ich mich nicht mehr an ihn erinnere.

Tatsächlich glaube ich ja, daß gerade Leute, die wild prefixen viel eher Follower haben, die solche Replies sehen wollen, was aber an der Sache an sich nichts ändert.

Und um Disqus mal zu testen, werde ich jetzt – metameta – diesen Blogreply mal twittern.

dominik

Das war übrigens dann Quatsch, weil es eben auch geprefixt wird.

fh

Siehste – und ich hab einfach jmt erstmal geunfollowed (doofes Wort übrigens), und schau wann er sich wieder einkriegt 🙂

Sillium

Gerade gesehen. Na das passte aber ja dann wie die Faust auf's Auge als Disqus-Tweet zu dem obigen Kram. 🙂